IOZK - Immunologisch Onkologisches Zentrum Köln
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DC und NDV als effiziente Kombination im Kampf gegen Krebs

Für die Immunreaktion gegen den Krebs spielen die DC oder Dendritischen Zellen des Patienten eine Schlüsselrolle. Dank modernster Zellkulturtechnik lassen sie sich heute nach einer einfachen Blutentnahme im Labor züchten. Dazu isoliert man aus dem Blut des Patienten eine Untergruppe der weißen Blutkörperchen, die Monozyten. Sie werden innerhalb von fünf bis sieben Tagen zu Dendritischen Zellen differenziert.

DC: Dendritische Zellen als Informationsträger im Körper

Ihre Herstellung unterliegt der Arzneimittelgesetzgebung (AMG für neuartige Therapien), sie ist sehr zeit- und personalaufwendig und bedarf eines behördlich zugelassenen Speziallabors der obersten Qualitätsklasse. In diesem Fall muss für jeden Patienten sein eigenes Arzneimittel (Impfstoff) hergestellt werden, sodass dieses Verfahren mit höheren Kosten verbunden ist.

Die Weitergabe der Informationen durch die Dendritischen Zellen an die Lymphozyten erfolgt im Körper des Patienten. Dafür müssen die im Labor gezüchteten und informationsbeladenen Zellen wieder in den Körper injiziert werden. Sie wandern dort in das Lymphsystem und geben die Information an die Lymphozyten weiter. Diese werden durch den Kontakt aktiviert und bekämpfen überall im Körper die entarteten Zellen.

Wenn Tumorzellen es schaffen, längere Zeit im Körper zu überleben, werden sie vom Immunsystem als körpereigen toleriert, obwohl sie für den Organismus gefährlich sind. Die T-Lymphozyten, deren Aufgabe die Zerstörung entarteter oder virusinfizierter Zellen ist, greifen sie nicht mehr an. Diese Toleranz, die den Körper eigentlich vor Autoimmunerkrankungen schützen soll, ist im Falle der Tumorzellen paradox und schadet dem Organismus.

NDV: Ein onkolytisches Virus als Helfer in der Krebstherapie

Mit einer ausgeklügelten Methode lässt sich die Toleranz überwinden. Es gibt Viren, die ausschließlich Tumorzellen infizieren, während gesunde Zellen nicht geschädigt werden. Zu diesen Viren gehört das Newcastle Disease Virus (NDV). Es ist für Geflügel pathogen, für den Menschen jedoch unschädlich und führt zu keinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen.

Das IOZK erfüllt die Voraussetzungen mit Viren – in diesem Fall mit dem NDV – zu arbeiten. Das patienteneigene Tumormaterial wird mit dem Virus infiziert, danach lysiert und zur Beladung der Dendritischen Zellen benutzt. Das IOZK beauftragte die Tochterfirma Delta-Vir GmbH mit der Herstellung des Newcastle Disease Virus gemäß dem europäischen Arzneibuch ad usum humanum (für therapeutische Zwecke beim Menschen). Somit nutzt das IOZK gemäß dem Arzneimittelgesetz für neuartige Therapien das weltweit erste Arzneimittelgerecht-, GMP-hergestellte Newcastle Disease Virus für die Impfstoffkombination.

Das Ziel: Aufhebung der immunologischen Toleranz

Nachdem das Virus in die Tumorzellen eingedrungen ist, verändert es diese. Sie senden nach der Infektion ›Gefahrensignale‹ aus, sodass sie vom Immunsystem erkannt werden. Jetzt kann das Immunsystem die infizierten von den gesunden Zellen unterscheiden. Die immunologische Toleranz gegenüber den Tumorzellen wird aufgehoben. Die Infektion hilft dem Immunsystem, die Krebszellen von den gesunden Körperzellen zu unterschieden und zu bekämpfen.

Die Ergebnisse klinischer Studien belegen, dass die spezifische Immuntherapie gut mit den konventionellen Therapien kombinierbar ist. Zudem ist unsere Therapie der autologen Tumor-Vakzination praktisch nebenwirkungsfrei.