IOZK - Immun-Onkologisches Zentrum Köln
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Therapeutische Nachhaltigkeit durch die Memory-Antwort

 

Durch das spezifische Training bildet sich ein immunologisches Gedächtnis gegen die Tumorantigene des Tumors. Mit diesen Gedächtnis- (Memory-) Zellen erzielen wir einen nachhaltigen therapeutischen Effekt. Unsere Behandlung zeigt auch nach Abschluss einen wirksamen Effekt, das unterscheidet sie von anderen Therapien. Ob dieser Memory-Effekt eingetreten ist, wird in unserm Labor überprüft. Hat sich eine erfolgreiche Memory-Antwort eingestellt, kann die immunologische Informationstherapie gestoppt werden. Im weiteren Verlauf wird lediglich der Memory-Effekt überprüft. Beim Nachlassen der Immunantwort ist es mit einer Auffrischungsimpfung möglich, die Memory-Antwort erneut zu aktivieren.

Warum ist ein Memory-Effekt von solcher Bedeutung? Wie in jedem anderen Gewebe, gibt es auch im Tumorgewebe Stammzellen. Sie bewahren die  Strukturinformationen des jeweiligen Gewebes. Ähnlich verhält es sich mit Tumorstammzellen und Tumorgewebe. Tumorstammzellen können schon sehr früh das Tumorgewebe verlassen und sich in anderen Gewebsstrukturen einnisten. Die ausgewanderten Tumorstammzellen initiieren dort sofort wieder ein neues Tumorwachstum, man spricht von Metastasen. Oder sie ruhen zunächst für eine unbestimmte Zeit, um zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv zu werden.

Diese Tumorstammzellen sind mit den heutigen Standardtherapien wie Chemo-, Target- oder Antikörpertherapien nicht erreichbar, weshalb nach dem Absetzen einer Standardtherapie das Tumorwachstum immer wieder neu beginnen kann. Aus diesem Grund ist eine nachhaltige Tumor-spezifische zytotoxische Immunantwort – eben jene Memory-Antwort – so bedeutsam. Erwacht eine ruhende Tumorstammzelle, so wird das immunologische Memory-System aktiviert und das erneute Tumorwachstum unterbunden.